Renewable Energy Directive - RED II

Die RED II und das EEG

So erhalten Betreiber von Biogasanlagen ein RED II-Zertifikat für ihre Biogasanlage.Die EU möchte den Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix weiter ausbauen. Mit der Renewable Energy Directive II (RED II) wird die gesamte Wertschöpfungskette der Biomasse von der Erzeugung bis hin zur Verstromung betrachtet und zertifiziert.

 

Die RED II betrifft Biogasanlagen ab 2 Megawatt Feuerungswärmeleistung (ca. Pinst 800 kWel) und Biomasse-heizkraftwerke ab 20 Megawatt Feuerungswärmeleistung. Ein RED II-Zertifikat ist Voraussetzung, um eine Vergütung nach dem jeweils geltenden EEG zu erhalten.

 

Laden Sie sich hier unsere Handreichung "In 10 Schritten zum RED II-Zertifikat" herunter.

Der aktuelle Stand

Zum jetzigen Stand ist die RED II noch nicht in deutsches Recht überführt worden. Dies wird über eine Anpassung der Biomassestromnachhaltigkeitsverordnung geschehen. Ab Inkrafttreten ist mit Übergangsfristen zu rechnen. Im Gespräch ist ein Zeitraum zwischen sechs und 18 Monaten. Nach dieser Umsetzungsfrist muss die Zertifizierung vorliegen und danach jährlich wiederholt werden.

 

Mit der Renewable Energy Directive II wird die gesamte Wertschöpfungskette der Biomasse von der Erzeugung bis hin zur Verstromung betrachtet und zertifiziert.  Das heißt konkret, dass Biogasanlagenbetreiber auch von ihren Zulieferern eine so genannte Selbsterklärung einholen müssen.

 

Die für Betreiber von Biogasanlagen relevanten Selbsterklärungen sind:

 

Was bedeutet der Begriff "RED II"?

Renewable Energy Directive II - Die europäische "Erneuerbare-Energien-Richtlinie". Sie ist in jedem EU-Mitgliedstaat in nationales Recht umzusetzen. Die RED II hat zum Ziel den Anteil an Erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2030 auf 32 % innerhalb der EU zu erhöhen.

Bin ich mit meiner Biogasanlage nachweispflichtig? 

Ihre Biogasanlage ist dann nachweispflichtig, wenn diese eine installierte Feuerungswärmeleistung von 2 MW (entspricht ca. 800 kW installierter elektrischer Leistung) oder mehr hat. Geregelt ist dies In der RED II Artikel 29 Absatz 1c Satz 3.

Was passiert, wenn ich für meine Anlage keinen Nachweis zur Einhaltung der RED II erbringe?

Zum jetzigen Zeitpunkt hat dies noch keine Auswirkung.

Gemäß § 3 i.V.m. § 10 der Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung hängt die EEG-Vergütung für Strom aus Biomasse vom erbrachten Nachhaltigkeitsnachweis ab. Die RED II ist bis heute jedoch noch nicht durch den nationalen Verordnungsgeber in Deutschland umgesetzt. Es wird erwartet, dass die Umsetzung im Rahmen der Novellierung der Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung noch im Jahr 2021 vollzogen wird.

Bis wann muss ich zertifiziert sein?

Dies hängt zum einen vom Zeitpunkt der Umsetzung in nationales Recht ab,  zum anderen von eventuell definierten Übergangsfristen.

Was muss ich jetzt tun?

Wir empfehlen Ihnen als Biogasanlagenbetreiber bereits jetzt die sogenannten Selbsterklärungen einzuholen. Die aktuellen Vordrucke dazu finden Sie hier.

Außerdem können sie bereits jetzt mit einer zugelassenen Zertifizierungsstelle (z.B. OmniCert) in Kontakt treten, um den möglichen Ablauf des Zertifizierungsprozesses abzusprechen.

Was bedeutet denn "Selbsterklärung"?

In der Selbsterklärung bestätigt z.B. der Anbaubetrieb, dass die Anforderungen der RED II eingehalten wurden. Die Selbsterklärungen sind ein wesentlicher Bestandteil der Nachweisführung. Sie sind von Biomasseanbaubetrieben und von Entstehungsbetrieben von Abfall- und Reststoffen auszufüllen. 

Anmerkung: Das Verfahren "Selbsterklärung" existiert bereits seit 2008 für Anbaubiomasse, welche zur Kraftstoffproduktion herangezogen wurde. Als Anbauer von z.B. Raps musste diese Selbsterklärung gegenüber dem Abnehmer (z.B. Landhändler) erbracht werden.

Was muss ich zur Selbsterklärung noch wissen?

Die Selbsterklärungen sind maximal 12 Monate rückwirkend gültig. Das heißt, wenn die Selbsterklärung im September 2021 unterzeichnet wird, kann nur die Biomasse, die ab September 2020 an Ihre Biogasanlage geliefert wurde "nachhaltig" sein. Ab Inkrafttreten der Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung darf nur noch nachhaltige Biomasse eingesetzt werden.

Ein Anbaubetrieb kann auch mehrere Selbsterklärungen in einem Jahr ausfüllen. Das kann z.B. notwendig sein, wenn in der Ernte noch spontan Flächen dazukommen, diese aber mit der vorangegangenen Selbsterklärung noch nicht erfasst wurden.

Warum sollte ich als Anlagenbetreiber bereits jetzt aktiv werden, wenn im Gesamtprozess noch viele Fragen offen sind?

Wir empfehlen bereits jetzt aktiv zu werden, weil vor allem die Übergangsfristen - also bis wann der einzelne Betrieb schlussendlich zertifiziert sein muss - unklar sind. Eine entsprechende Vorbereitung kann den Druck aus einer plötzlichen Umsetzungspflicht nehmen.

Was ist die "SURE GmbH" und warum muss ich meine Anlage in deren System registrieren? 

Die "SURE GmbH" ist der sogenannte "Systemgeber". Die EU-Kommission lässt die SURE GmbH - neben ggf. noch weiteren Systemgebern - in Deutschland zu, um die Umsetzung der RED II zu "überwachen". Die OmniCert Umweltgutachter GmbH ist von der SURE GmbH anerkannt und zugelassen, um Ihre Anlage zu zertifizieren.

Sie als Anlagenbetreiber müssen sich im Rahmen des Zertifizierungsprozesses bei der SURE GmbH registrieren und dort Ihre eingesetzten Biomassemengen melden.

Was ist die "BLE" und warum muss ich meine Anlage in deren System registrieren?

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ist eine Umsetzungsbehörde des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Sie können in deren System Ihre erzeugten Strommengen melden und für Ihre Anlage die entsprechenden Nachhaltigkeitsnachweise generieren.