Renewable Energy Directive - RED II

Die RED II und das EEG

Die EU möchte den Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix weiter ausbauen. Mit der Renewable Energy Directive II (RED II) wird die gesamte Wertschöpfungskette der Biomasse von der Erzeugung bis hin zur Verstromung betrachtet und zertifiziert.

 

Die RED II betrifft Biogasanlagen ab 2 Megawatt Feuerungswärmeleistung (ca. Pinst 800 kWel) und Biomasse-heizkraftwerke ab 20 Megawatt Feuerungswärmeleistung. Ein RED II-Zertifikat ist Voraussetzung, um eine Vergütung nach dem jeweils geltenden EEG zu erhalten.

 

Der aktuelle Stand

So erhalten Betreiber von Biogasanlagen ein RED II-Zertifikat für ihre Biogasanlage.

Die EU-Richtlinie RED II wurde in Deutschland mit der Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverodnung (BioSt-NachV) zum 24. November 2021 umgesetzt. Seit dem 1. Januar 2022 ist die Zertifizierung nachder BioSt-NachV für oben genannte Anlagen verpflichtend. Für die Zertifizierung wurden verschiedene freiwillige Zertifizierungssystem von der EU Kommission anerkannt. Für Deutschland gilt das auch für das System der SURE GmbH, innerhalb dessen die OmniCert nach der RED II zertifizieren darf.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV), das Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und die für den Vollzug der BioSt-NachV zuständige Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) haben gemeinsam eine Verfahrensweise abgestimmt, das Anlagenbetreibern unter bestimmten Umständen eine Übergangsfrist bis zum 30. Juni 2022 einräumt. Dies hat die BLE in ihrem Informationsschreiben an die Verbände der Bioenergiebranche vom 15. Oktober 2021 veröffentlicht.

Um die Übergangsfrist in Anspruch nehmen zu können, müssen Anlagenbetreiber nachweisen, dass "der Nachweis über die Erfüllung dieser [Nachhaltigkeits-] Anforderungen ausschließlich mangels anerkannter Zertifizierungssysteme oder mangels Verfügbarkeit zugelassener Auditoren anerkannter Zertifizierungsstellen nach der BioSt-NachV nicht erbracht werden kann.  [...] Über das Vorliegen der Voraussetzungen der Ausnahmeregelung ist ein Nachweis in Form einer Eigenerklärung durch den Wirtschaftsbeteiligten [Anlagenbetreiber] bei der zuständigen Behörde [die BLE] vorzulegen, die diese auf Plausibilität prüft." (Schreiben der BLE vom 15.10.21, Seite 3 f). Diese Eigenerklärung stellt die BLE auf ihrer Website zum Download bereit.

 

Anlagenbetreiber können und sollten jetzt handeln, um ihren Anspruch auf die oben genannte Übergangsfrist im Rahmen ihrer aktuellen Möglichkeiten zu gewährleisten. Wir raten unseren Kunden deshalb:

  1. einen Vertrag mit einem der angetretenen Zertifizierungssysteme abzuschließen,
  2. eine von diesem System anerkannte Zertifizierungsstelle mit der Zertifizierung nach REDII zu beauftragen und 
  3. die Eigenerklärung der BLE auszufüllen und mit den oben genannten Dokumenten spätestens im Januar 2022 bei der BLE und dem relevanten Netzbetreiber einzureichen.

So sollten Kunden der OmniCert Umweltgutachter GmbH einen Vertrag mit der SURE GmbH abschließen, von der wir als Zertifizierungsstelle anerkannt sind.

 

Die Selbsterklärung

Mit der Renewable Energy Directive II wird die gesamte Wertschöpfungskette der Biomasse von der Erzeugung bis hin zur Verstromung betrachtet und zertifiziert.  Das heißt konkret, dass Biogasanlagenbetreiber auch von ihren Zulieferern eine so genannte Selbsterklärung einholen müssen.

 

Die für Betreiber von Biogasanlagen relevanten Selbsterklärungen sind:

FAQ - Antworten auf häufige Fragen

Uebersicht der Zusammenhaenge bei RED II

Was bedeutet der Begriff "RED II"?

Renewable Energy Directive II - Die europäische "Erneuerbare-Energien-Richtlinie". Sie ist in jedem EU-Mitgliedstaat in nationales Recht umzusetzen. Die RED II hat zum Ziel den Anteil an Erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2030 auf 32 % innerhalb der EU zu erhöhen.

Bin ich mit meiner Biogasanlage nachweispflichtig? 

Ihre Biogasanlage ist dann nachweispflichtig, wenn diese eine installierte Feuerungswärmeleistung von 2 MW (entspricht ca. 800 kW installierter elektrischer Leistung) oder mehr hat. Geregelt ist dies In der RED II Artikel 29 Absatz 1c Satz 3.

Was passiert, wenn ich für meine Anlage keinen Nachweis zur Einhaltung der RED II erbringe?

Gemäß § 3 i.V.m. § 10 der Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung hängt die EEG-Vergütung für Strom aus Biomasse vom erbrachten Nachhaltigkeitsnachweis ab. Die aktuell gültige Fassung der Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung können Sie unter diesem Link einsehen.

Bis wann muss ich zertifiziert sein?

Die Biost-NachV ist zum 01.01.2022 in Kraft getreten. Seit diesem Stichtag gilt für die betroffenen Anlagen: Nur Strom aus nachhaltiger Biomasse bzw. Abfall- und Reststoffen (Gülle/Mist) wird nach dem EEG vergütet.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV), das Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und die für den Vollzug der BioSt-NachV zuständige Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) haben gemeinsam eine Verfahrensweise abgestimmt, das Anlagenbetreibern unter bestimmten Umständen eine Übergangsfrist für die Zertifizierung bis zum 30. Juni 2022 einräumt. 

Was muss ich jetzt tun?

Anlagenbetreiber müssen

  1. einen Vertrag mit einem der angetretenen Zertifizierungssysteme abschließen,
  2. eine von diesem System anerkannte Zertifizierungsstelle mit der Zertifizierung nach RED II beauftragen und 
  3. die Eigenerklärung der BLE ausfüllen und bei der BLE und dem relevanten Netzbetreiber einreichen.

Zu 2.: Kunden der OmniCert Umweltgutachter GmbH müssten einen Vertrag mit der SURE GmbH abschließen, da wir von ihr als Zertifizierungsstelle anerkannt sind.

Was bedeutet denn "Selbsterklärung"?

In der Selbsterklärung bestätigt z.B. der Anbaubetrieb, dass die Anforderungen der RED II eingehalten wurden. Die Selbsterklärungen sind ein wesentlicher Bestandteil der Nachweisführung. Sie sind von Biomasseanbaubetrieben und von Entstehungsbetrieben von Abfall- und Reststoffen auszufüllen. 

Anmerkung: Das Verfahren "Selbsterklärung" existiert bereits seit 2008 für Anbaubiomasse, welche zur Kraftstoffproduktion herangezogen wurde. Als Anbauer von z.B. Raps musste diese Selbsterklärung gegenüber dem Abnehmer (z.B. Landhändler) erbracht werden.

Was muss ich zur Selbsterklärung noch wissen?

Die Selbsterklärungen sind maximal 12 Monate rückwirkend gültig. Das heißt, wenn die Selbsterklärung im September 2021 unterzeichnet wird, kann nur die Biomasse, die ab September 2020 an Ihre Biogasanlage geliefert wurde "nachhaltig" sein. Ab Inkrafttreten der Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung darf nur noch nachhaltige Biomasse eingesetzt werden.

Ein Anbaubetrieb kann auch mehrere Selbsterklärungen in einem Jahr ausfüllen. Das kann z.B. notwendig sein, wenn in der Ernte noch spontan Flächen dazukommen, diese aber mit der vorangegangenen Selbsterklärung noch nicht erfasst wurden.

Was ist die "SURE GmbH" und warum muss ich meine Anlage in deren System registrieren? 

Die "SURE GmbH" ist der sogenannte "Systemgeber". Die EU-Kommission lässt die SURE GmbH - neben ggf. noch weiteren Systemgebern - in Deutschland zu, um die Umsetzung der RED II zu "überwachen". Die OmniCert Umweltgutachter GmbH ist von der SURE GmbH anerkannt und zugelassen, um Ihre Anlage zu zertifizieren.

Sie als Anlagenbetreiber müssen sich im Rahmen des Zertifizierungsprozesses bei der SURE GmbH registrieren und dort Ihre eingesetzten Biomassemengen melden.

Was ist die "BLE" und warum muss ich meine Anlage in deren System registrieren?

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ist eine Umsetzungsbehörde des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Sie können in deren System Ihre erzeugten Strommengen melden und für Ihre Anlage die entsprechenden Nachhaltigkeitsnachweise generieren.